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Am Holzhausenpark

Nabelbruch

(Hernia umbilicalis)

› Dr. med. Martin Stauder

Eingeweide- oder Weichteilbrüche sind Ausstülpungen durch angeborene oder erworbene Lücken in der Bauchwand. Ein Nabelbruch ist eine Ausstülpung von Bauchfell durch eine Bauchwandlücke im Bereich des Nabels. Die Bruchpforte ist die erweiterte Lücke in der Bauchwand. Der Bruchsack besteht aus dem in die Bruchpforte gestülpten Bauchfell, der Bruchinhalt sind die hier eingepressten Eingeweide, meist Darmanteile oder das so genannte große Netz. Das große Netz ist eine fettgewebsreiche Bauchfellfalte, die wie eine Schürze vor dem Dünndarm hängt.

Ursachen

Bei Neugeborenen gibt es natürlicherweise eine Durchtrittslücke für die Nabelschnur in der Bauchwand um den Nabel herum. Die Durchtrittslücke schließt sich während des ersten Lebensjahres. Diese Schwachstelle der Bauchwand kann sich auch im Erwachsenenalter unter bestimmten Bedingungen wieder erweitern und zum Bruch führen.

Die natürlichen Schwachstellen der Bauchwand, vor allem im Nabel- oder Leistenbereich, können auch im Erwachsenenalter durch ständigen, lang anhaltenden Druck allmählich erweitert werden und Netz- oder Darmteile schieben sich in diese Lücken hinein. Die Bildung solcher Weichteilbrüche wird begünstigt durch:

  • schwache und untrainierte Muskulatur und Bindegewebsschwäche
  • häufiges und starkes Pressen beim Stuhlgang durch chronische Stuhlverstopfung (Obstipation)
  • häufiges Husten bei chronischen Lungenerkrankungen, vor allem bei starken Rauchern
  • Fettleibigkeit
  • Bauchwassersucht (zum Beispiel bei schwerer Lebererkrankung)
  • Erhöhung des Bauchinnendrucks durch vermehrte Bauchpresse
  • Schwerarbeit, häufiges Heben großer Lasten
  • die Schwangerschaft mit erheblicher Dehnung der Bauchwand
  • die Geburt mit ihrem extrem hohen Bauchdruck beim Pressen in der Austreibungsphase

Die Gefahr eines Bauchwandbruchs liegt immer in der Einklemmung des Bruchinhalts. Bei jedem Druckanstieg im Bauchraum wird die Bruchpforte geweitet und Teile des großen Netzes oder Darmanteile werden hindurchgepresst. Lässt der Druck anschließend nach, zieht sich auch die Bruchpforte wieder zusammen, und die ausgetretenen Darmteile können nicht wieder zurückrutschen. Die Blutzirkulation in den eingeklemmten Organen wird behindert und es kann zum Absterben von Netz- oder Darmteilen mit akuter Schockgefahr kommen. Besonders Nabelbrüche beim Erwachsenen haben relativ enge und scharfkantige Bruchpforten, die zur Einklemmung neigen.

Symptomatik

Der Nabelbruch ist an einer charakteristischen Vorwölbung im Bereich des Nabels zu erkennen. Zur Feststellung eines Nabelbruches sind keine Apparate notwendig.

Ein Nabelbruch lässt sich leicht und ohne Zuhilfenahme von Apparaten und Geräten feststellen. Der Arzt untersucht den Patienten im Liegen und im Stehen, lässt ihn den Bauch anspannen oder husten und beobachtet die Veränderungen im Bruchbereich.

Durch Tasten lässt sich die Größe der Bruchpforte ermitteln und feststellen, ob sich der austretende Bruchinhalt durch die Pforte wieder in den Bauchraum zurückdrängen lässt.

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Operative Therapie

Meistens muss der Nabelbruch nur bei älteren Kindern und Erwachsenen operiert werden.

Die Behandlung eines Nabelbruches besteht im operativen Verschließen der Bruchpforte. Dabei werden die Ränder der Muskelhüllen übereinander gelegt und mit so genannten Matratzenähten fixiert. Diese Operation ist relativ einfach auszuführen, komplikationsarm und führt fast immer zu einem dauerhaften Ergebnis.

In unserer Praxis wenden wir die offen-chirurgische Technik an, die gegenüber der endoskopischen Vorteile, wie festere Nahttechniken und deren Überprüfung (ist die Bruchlücke auch wirklich dicht !) und bessere kosmetische Ergebnisse bietet.

Der größten Teil dieser Operation wird in unserer Praxis ambulant in Algemeinnarkose, in seltenen Fällen auch in Lokalanästhesie durchgeführt. Bei einem sehr ausgedehntem Befund, hohem Alter, reduziertem Allgemeinzustand oder komplikationsträchtigen Begleiterkrankungen werden die Patienten in unserem Belegkrankenhaus operiert.